Tonkabohne - stimmungsaufhellend & erotisierend

Tonkabohnen, 100g

Tonkabohnen

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Tonkabohnen

Die aus den tropischen Regenwäldern in Südamerika stammende Tonkabohne ist kein Gemüse, wie der Name vermuten lässt. Es handelt sich um ein Gewürz, das sich in seiner Eigenschaft als Modegewürz in der Haut-Cuisine etabliert hat. Das Aroma ist unvergleichlich und reißt selbst Feinschmecker mit geschultem Gaumen zu Begeisterungsrufen hin. Die Verbindung aus Vanillegeschmack, Rumaroma und Heublumenduft ergibt eine superbe Geschmackskomposition, die durch eine zartherbe Zimtwürze ihre ganz eigene Richtung einschlägt.

Allerdings ist der außergewöhnliche Geschmack der Tonkabohne nicht das Einzige, das sie zu einer Spezialität macht. Die lediglich fingergroße Tonkabohne ist reich an einem ganz bestimmten gesundheitsfördernden Inhaltsstoff. Für die Medizin ist die Hülsenfrucht wegen des hohen Cumaringehalts interessant.

Die Entdeckung der Tonkabohne

Namentlich erwähnt wurde die Tonkabohne das erste Mal 1775 von dem französischen Wissenschaftler Jean Baptiste Christophe Fusée Aublet. Der Gelehrte wurde im Jahr 1752 auf die Insel Mauritius geschickt, um dort eine Apotheke und einen botanischen Garten aufzubauen. An jenem Ort erstellte er ein Herbarium und anschließend verfasste er ein umfassendes, schriftliches Werk zu den angepflanzten Gewächsen. Die Tonkabohne fand darin Erwähnung. Etwas später, um das Jahr 1820, entwickelte der Franzose Jean-Baptiste-Gaston Guibourt ein Verfahren, mit dem er aus der Tonkabohne Cumarin gewinnen konnte. Er lehnte den Namen „Cumarin“ an den botanischen Pflanzennamen Coumarouna odorata an.

Die Tonkabohne wächst an einem Baum, nämlich am rasch wachsenden Tonkabaum. Dieser ist in der Karibik und in Guayana beheimatet. Aufgrund der großen Nachfrage nach Tonkabohnen hat sich die Verbreitung deutlich ausgedehnt. Inzwischen züchten Bauern in einigen südamerikanischen Ländern den Baum, um die Tonkabohne weltweit zu verkaufen.

Die Nutzung der Tonkabohne in der modernen Zeit

Die Tonkabohne findet neben der Zubereitung von Lebensmitteln und Speisen bei der Herstellung von Parfums ihre Verwertung. In Südamerika sprechen die Ureinwohner der Hülsenfrucht magische und heilende Kräfte zu. Sie benutzen die Bohne als Schutzamulett gegen Krankheiten und zur Erfüllung von Wünschen. In der Geldbörse getragen, soll sie für Wohlstand und Erfolg sorgen. Zudem mag die Tonkabohne erotisierend wirken, will man den südamerikanischen Urvölkern Glauben schenken. Bis Mitte der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Bohne ein offizielles Zahlungsmittel in Venezuela.

In Ländern wie Brasilien und Kolumbien verwendet man die Tonkabohne in der Volksmedizin zur Heilung von verschiedenen Leiden. Alexander von Humboldt bemerkte bereits, dass die Tonkabohne auch in südamerikanischen Waschmitteln zu finden ist. Ihr Nutzen liegt dabei in der Tatsache, dass sie der Wäsche einen angenehmen Duft verleiht. Die Cumarin-Konzentration in der Tonkabohne ist sehr hoch. Ein übermäßiger Verzehr dieses Inhaltsstoffes kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Aufgrund dessen ist die Verwendung der Tonkabohne in den USA durch die Food and Drug Administration untersagt.

Lange Zeit war die Nutzung der Hülsenfrucht in Deutschland verboten. Inzwischen ist die Tonkabohne als getrocknetes Gewürz bei uns zu haben. Es gibt sie zu jeder Jahreszeit im Handel. Die Tonkabohne hat einen süßlichen, vanilleähnlichen Geschmack und ist unter dem Namen mexikanische Vanille bekannt. In europäischen Küchen findet die Tonkabohne als preisgünstiger Ersatz für Vanille Verwendung.

Der Hauptinhaltsstoff der Tonkabohne, das Cumarin, ist wichtiger Akteur in der Medizin. Medikamente mit Cumarin sind in der Regel verschreibungspflichtig und kommen bei schweren Krankheiten zum Einsatz, bei denen das Thema Blutgerinnung von übergeordneter Bedeutung ist. Abgesehen davon hat die Esoterik den Duft der Tonkabohne für sich entdeckt und auch im Rahmen von Aromatherapien ist der Rauch von Tonkabohnenpulver ob seiner gemütserhellenden Wirkung sehr willkommen.

Herkunft und Anbau der Tonkabohne

Das Wort Tonka entstammt der karibischen Sprache der Ureinwohner Französisch-Guayana und meint den Baum. Im Spanischen trägt die Tonkabohne den Namen „cumarú“, der uns einen Hinweis auf den Inhaltsstoff Cumarin gibt. Der heute geläufige Gattungsname Dipteryx odorata kommt aus dem Griechischen und bezieht sich auf die doppelt geflügelte Form der Frucht.

Der Tonkabohnenbaum stammt aus der Gattung der Schmetterlingsblütler und ist im nördlichen Südamerika beheimatet. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über

  • Venezuela,
  • Guyana,
  • Surinam und
  • die Gebiete des östlichen Amazonas in Brasilien bis nach Kolumbien und
  • Peru.

Eine professionelle Kultivierung der Pflanze erfolgt in Brasilien, Venezuela, Trinidad, Nigeria und Kenia im feuchtwarmen Klima. Ursprünglich wurde der Tonkabaum aufgrund der auffälligen Färbung für die Holzindustrie angebaut, durch die Nachfrage der Gastronomie mittlerweile aber auch für die Lebensmittel -und Kosmetikindustrie. Ein ungewöhnliches Merkmal des Baums ist sein Holz, das einen markanten Farbmix aufweist. Dieses schillert in den Farben Dunkelrot bis Orangerot. Kein Wunder also, dass es bei Verbrauchern mit Sinn für das Besondere regen Anklang findet.

In der Botanik wird zwischen dem gemeinen Tonkabaum und dem kleinen Tonkabaum unterschieden. Beide Bäume liefern die im Handel angebotenen Tonkabohnen. Tonkabäume zeichnen sich durch ihre geraden, ledrigen und fiederigen Blätter aus. Die Früchte wachsen an den oberen Ästen, sind etwas größer als eine Avocado, haben eine gelbliche Farbe und ein geschmackloses Fruchtfleisch.

Um die Tonkabohne entnehmen zu können, müssen die Bauern die Frucht in der Mitte öffnen und den Samen herauslösen. Der gemeine Tonkabohnenbaum wächst bis zu 30 Meter hoch und setzt mehrere schmetterlingsförmige, violette Blüten mit kreiselförmigem Kelch an. Nach der Blüte wachsen aus dem Fruchtknoten mangoähnliche Früchte. Die Tonkabohne ist wie erwähnt der Samen dieser Frucht. Der Kern wird aus dem Fallobst entnommen, das jedes Jahr im Mai von den tropischen Bäumen fällt. Im gewerblichen Anbau lassen sich unter Idealbedingungen bis zu 15 kg Bohnen pro Tonkabaum gewinnen. Die Tonkabohnen sind länglich, platt gedrückt, bis zu 4 cm lang und bis zu 15 mm breit. Sie fühlen sich fettig an und glänzen schwarz oder dunkelbraun. Im Inneren sind sie bräunlich bis weißlich.

Nach der Ernte werden die Tonkabohnen in Rum eingelegt, anschließend über mehrere Monate lang getrocknet und zum Schluss fermentiert, damit der Cumaringehalt sinkt. In Deutschland werden keine unbehandelten Tonkabohnen zum Verkauf angeboten, zu hoch wäre der Cumaringehalt. Erst nach der aufwendigen Fermentierung, die das Cumarin auf ein zugelassenes Maß absenkt, sind die Tonkabohnen für den europäischen Handel zugelassen.

Inhaltsstoffe der Tonkabohne

Die Tonkabohne verfügt über Inhaltsstoffe, die gesundheitsfördernd und in Maßen genossen für den Menschen verträglich sind. Der bekannteste Inhaltsstoff ist Cumarin, dessen Gehalt durchschnittlich bei 2 - 3 Prozent, in der Spitze bei 10 Prozent liegt. Cumarin entstammt der Stoffklasse der Lactone. Es formiert quasi die Grundlage aller Cumarine. Cumarin zeigt dieselben Eigenschaften wie alle Lactone: Es bildet cyclisierte Ester, das bedeutet, dass es eine ringförmige chemische Verbindung eingeht. Im Falle des Cumarins besteht die Verbindung aus Hydroxycarbonsäure. Im Zuge eines Kondensationsverfahrens lässt sich Cumarin aus dem Ester herauslösen. Da die Wasserlöslichkeit nur begrenzt für Cumarin gilt, wird für die medizinische Gewinnung Ethanol verwendet, für die kulinarische Weiterverarbeitung ist Rum im Einsatz. Das Ethanol erhält durch den sekundären Pflanzenstoff eine leichte gelbliche Färbung, beim Rum hängt die Verfärbung von der Farbe und Qualität der Ausgangsflüssigkeit ab.

Der Schmelzpunkt von Cumarin liegt bei 71°C. Bei Raumtemperatur ist die Konsistenz fest. Cumarin bildet Kristallnadeln, die wiederum Duftstoffe in die Umgebung absondern. Diese flüchtigen Duftstoffe finden in der Kosmetikindustrie Anwendung. Die Kristalle des Aromastoffs Cumarin sind mit bloßem Auge sichtbar. Sie liegen unter der Oberhaut der Bohne. Da das Cumarin an Glycose gebunden ist, muss die Tonkabohne für rund 24 Stunden in Rum liegen, damit sich der Stoff löst. Um den Cumaringehalt zu erhöhen, lassen die Produzenten die Tonkabohne anschließend trocknen. Durch den Fermentierungsprozess steigt der Gehalt an Cumarin an und die Tonkabohnen erhalten ihre dunkle Farbe.

Forschungen zu den Inhaltsstoffen der Tonkabohne

Die restlichen Inhaltsstoffe der Tonkabohne sind bisher wenig erforscht. 1990 untersuchten Martin Wörner und Peter Schreier der Universität Würzburg am Lehrstuhl für Lebensmittel die Tonkabohne auf ihre Zusammensetzung. Ihre Ergebnisse fassten sie in ihrer Forschungsarbeit Flüchtige Inhaltsstoffe aus Tonkabohnen zusammen. Mit einem Fest-flüssig-Extraktions-Verfahren konnten sie 138 Verbindungen identifizieren, von denen 131 Inhaltsstoffe der Tonkabohnen zuvor nicht bekannt waren. Der mengenmäßig überwiegende Inhaltsstoff ist

  • fettes Öl, das sich aus freien, mehrfach ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, wie Linol-, Linolen-, Palmitin- und Stearinsäure zusammensetzt. Diese Fettsäuren sind für den Körper überlebenswichtig, da sie von ihm nicht selbst produziert und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Insgesamt liegt der Ölanteil bei rund 25 Prozent.
  • Weiterhin entdeckten die Wissenschaftler Anteile an
    • Ferulasäure, eine organische Verbindung, die vornehmlich in Pflanzen vorkommt und antimikrobielle Eigenschaften besitzt.
    • Auch Stärke, ätherisches Öl und Gummi fanden sich in der Tonkabohne

Weitere Untersuchungen, um andere Inhaltsstoffe zu lokalisieren, fanden in den letzten Jahren nicht statt.

Wirkung der Tonkabohne

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Die heilende Wirkung der Tonkabohne ist in Südamerika seit vielen Jahrhunderten bekannt. Dort haben sich Tonkabohnen in der Volksmedizin einen Namen gemacht. Die Samen verarbeiten die Ureinwohner zu medizinischem Tabak, dass vielfältige Heilwirkungen auf Körper, Geist und Seele aufzeigt. Zum einen sagt man der Tonkabohne eine erotisierende Wirkung nach. Diesen Effekt nutzt übrigens die Parfüm- und Tabakindustrie aus, denn sie aromatisiert ihre Erzeugnisse gerne mit dem vanilleartigen Geruch der Tonkabohne.

Der Duft ist stimmungsaufhellend und beseitigt den Erkenntnissen von Naturvölkern Südamerikas zufolge innere Unruhen. Bei Stress und rastlosen Gedanken tröstet das Aroma der Tonkabohne. Auch bei Konzentrationsschwierigkeiten kann das Bouquet der Tonkabohne helfen. Viele esoterische Heiler verwenden Tonkabohnen bei energetischen Übungen und zur Findung tiefer seelischer Erkenntnisse und Weisheiten.

Um den Wohlgeruch nutzen zu können, ist die fermentierte Bohne zu zerreiben. Ähnlich wie bei einer Muskatnuss ergibt sich eine erkleckliche Menge des geriebenen Naturstoffs. In Räucherstäbchen verarbeitet oder in kleinen Räucheröfen eingesetzt verströmt die geriebene Hülsenfrucht ihr warmes Odeur. In der Aromatherapie angewendet können Betroffene von der beruhigenden Wirkung auf innere Unruhezustände profitieren. Seele und Geist harmonisieren wieder miteinander und das Urvertrauen kehrt zurück. Der wärmende Duft spinnt einen Kokon von Vertrautheit, Geborgenheit und Sicherheit um den Hilfesuchenden.

Vorrangig steht der Wohlgeruch der Tonkabohne für Zufriedenheit, Ruhe und Harmonie für Körper, Geist und Seele. Meditationen unter dem Einfluss des angenehmen Aromas helfen dabei, glückliche Lebensphasen zu erinnern. Das Ziel der inneren Reflexion mit Tonkabohnenrauch ist die Erkenntnis, dass wahres Glück nicht in der materiellen Welt, sondern im Inneren eines jeden Menschen verborgen liegt. Gerade in schwierigen Lebenssituationen empfehlen esoterisch orientierte Heilkundige die Arbeit mit der Tonkabohne.

  • Zur Unterstützung von Traumreisen,
  • beim Reiki
  • und bei energetischen Übungen greifen sachkundige Menschen zu diesem vielseitigen Naturprodukt.

In dem gehaltvollen Samen steckt viel mehr Potenzial, als das medizinisch nutzbare Cumarin. Davon sind nicht nur die Esoteriker überzeugt. Der feine Rauch füllt den Geist mit positiven Gedanken, intensiviert sinnliche Erlebnisse und fördert dadurch die Wahrnehmung und Erlebnisfähigkeit.

Selbst in der Rückführungstherapie kommen Tonkabohnen zum Einsatz. Ihnen wird das Charakteristikum zugesprochen, in verräucherter Form Blockaden zu lösen, innere Schmerzzonen aufzudecken und alte Verletzungen zu heilen.

Die Tonkabohne in der alternativen Medizin

Das ätherische Öl der Tonkabohne, das hauptsächlich Cumarin besitzt, wirkt hautfreundlich und entspannend. Es verfügt über

  • schmerzlindernde,
  • erwärmende und
  • entkrampfende Eigenschaften bei Muskelkater und Verspannungen.

Das Cumarin regt zudem die Serotoninproduktion im Organismus an. Der chemische Botenstoff beruhigt, entspannt, beugt Schlaflosigkeit vor und verhindert Magen-Darm-Beschwerden. In der alternativen Medizin verwendet man die Extrakte aus den Tonkabohnen gegen

  • Übelkeit,
  • Husten,
  • Ohrenschmerzen,
  • Asthma sowie
  • als Herzstärkungsmittel.

Cumarin aus Tonkabohnen in der Medizin

In der westlichen Welt werden Cumarin-Derivate bei Patienten eingesetzt, um Schlaganfälle zu verhindern. Die Cumarin-Derivate sind abgeleitete synthetische Verbindungen. Sie weisen eine hohe Ähnlichkeit zu Vitamin K auf. Infolgedessen greifen sie auch aktiv in den Vitamin-K-Stoffwechsel im Körper ein.

Die Wirkung schlägt sich darin nieder, dass Cumarin-Derivate die Blutgerinnung hemmen, auf diese Weise wird das Risiko von Gehirnschlägen gesenkt. Außerdem bestimmen sie die Produktion der Proteine C und S in der Leber zum Teil mit. Deren Erzeugung wird durch die Cumaringabe eingeschränkt. Üblicherweise ist das Cumarin in Pharmazeutika in Form von Schmelztabletten im Handel. Diese werden in die Wangentasche der Patienten eingelegt und über die Mundschleimhäute extrem schnell in den Organismus überführt. Die Wirkung von Inhaltstoffen in Schmelztabletten entfaltet sich in der Regel innerhalb weniger Minuten. Medikamente mit Cumarin werden nicht nur bei schlaganfallgefährdeten Patienten verschrieben. Sie sind generell von Interesse, um die Blutgerinnung nachhaltig zu beeinflussen. Gerade in Zusammenhang mit Thrombosen und Embolien finden sie regelmäßig Verwendung. Patienten mit chronischem Vorhofflimmern zählen ebenfalls zur Hauptzielgruppe cumarinhaltiger Präparate. Durch die ärztlich kontrollierte Behandlung sollen Thromben (Blutpfropfen) im Vorhof des Herzens unterbunden werden. Diese Maßnahme senkt ebenfalls das Risiko, einen Apoplex (Gehirnschlag) zu erleiden.

Nicht zuletzt ist eine dauerhafte Einnahme von Cumarin-Medikamenten angemessen, wenn ein Herzklappenersatz vorliegt. Handelt es sich um Bioklappen, reicht eine zeitweise Verabreichung zur Regulierung des Blutflusses aus. Sind jedoch mechanische Herzklappen operiert worden, so muss ein Cumarin-Medikament lebenslang eingenommen werden. Wissenswertes zum Thema Cumarin in pflanzlichen Arzneimitteln liefern Dieter Loew, Hermann Hauer und Egon Koch in ihrem umfassenden Artikel für die »Pharmazeutische Zeitung Online« (PZ).

Negative Wirkungen der Tonkabohne

Cumarin kann bei einer Überdosis gesundheitsschädlich sein. Ab 500 mg pro kg Körpergewicht wirkt der Inhaltsstoff giftig und verursacht

  • heftige Kopfschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Schwindel,
  • Schlafsucht,
  • zentraler Lähmung,
  • Atemstillstand und
  • Koma.

In Tierexperimenten hat man festgestellt, dass Cumarin krebsfördernd sein kann und bei Ratten zu tödlichen inneren Blutungen führt. Neuere Studien der Gesellschaft für Phytotherapie, des Toxikologischen Instituts der Universität Lübeck oder der Universität Mexico, die Cumarineffekte auf den menschlichen Körper untersucht haben zeigten aber, dass eine krebsfördernde Wirkung im menschlichen Organismus nicht gegeben ist.

Trotzdem sollten Verbraucher die Tonkabohne nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen und in der Küche sparsam verwenden. Die vorgeschriebene Dosis an Cumarin darf nicht überschritten werden. Die European Food Safety Authority gibt an, dass ein täglicher Verzehr von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilo Körpergewicht bei einem lebenslangen Cumarinverzehr kein gesundheitliches Risiko darstellt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in einer Abhandlung eine Klarstellung aus wissenschaftlich-behördlicher Sicht zum Thema Zimt und Cumarin verfasst, in der die Tonkabohne ebenfalls eine Rolle spielt.

Im Rahmen einer Behandlung im Rahmen der klassischen Medizin wirkt sich die Gabe von Cumarin-Medikamenten unterschiedlich aus. Die Nebenwirkungen hängen stark von der körpereigenen Vitamin-K-Produktion ab. Häufige Nebenwirkung ist die Ausbildung einer konträren Bildung von Vitamin-K-Antagonisten (Gegenspieler). Diese bekämpfen die Verbesserung der Blutgerinnung und kehren sie ins Gegenteil um. Das bedeutet, dass lebensgefährliche Thrombosen oder Embolien entstehen können. Deshalb arbeiten Ärzte in aller Regel zu Beginn einer Therapie parallel mit Heparin, das die Thrombose und Emboliegefahr wieder auflöst. Generell kann selbst geringfügiger Druck auf Körperteile bei einer Therapie mit Cumarin-Medikamenten zu unverhältnismäßig großen blauen Flecken führen. Stehen Termine beim Arzt zur Blutabnahme an, sollte diese möglichst schonend erfolgen. Eine anschließende sorgfältige Kompression ist anzuraten.

Eine weitere schwere Nebenwirkung ist, dass Cumarin fruchtschädigend ist. Für werdende Mütter besteht die Gefahr, dass der Embryo so stark beeinflusst wird, dass es zu Fehlbildungen kommt. Im schlimmsten Fall droht eine Fehlgeburt. Weniger schwer aber nicht minder unerwünscht sind zwei harmlose Nebenwirkungen: Das Auftreten von Ekzemen und diffusem Haarausfall.

Verwendung von Tonkabohnen – sparsam dosiert ein Highlight in der Küche

Mit Tonkabohne aromatisierte Creme Brulee

Wie in den vorhergehenden Kapiteln ausführlich beschrieben findet das Cumarin aus der Tonkabohne hauptsächlich in der klassischen Medizin Verwendung. Die geriebene Tonkabohne kommt in der Aromatherapie und im Zuge esoterischer Praktiken zum Einsatz. Auch als selten zu findender Inhaltsstoff in Kosmetika, Parfüm und Tabak sind reines Cumarin oder pulverisierte Tonkabohnen zu finden. Die ganze Bohne jedoch hat ihren großen Auftritt in der Küche. Hier wird sie seit der Jahrtausendwende wiederentdeckt und erlebt derzeit eine Renaissance.

In Deutschland ist die Verwendung der Tonkabohne als Gewürz bisher relativ unbekannt. Die Tonkabohne nutzten Hausfrauen lange Zeit höchstens zur Dekoration oder als Vanilleersatz in der Adventszeit. Mittlerweile sind Starköche auf der ganzen Welt von den südamerikanischen Samen begeistert. Die Tonkabohne riecht süßlich, schmeckt nach Vanille und Mandel und eignet sich hervorragend für das Verfeinern von Gebäck und Süßspeisen oder Eis und Pudding.

Viele Rezepte empfehlen das Gewürz für die Zubereitung von deftigen Speisen und Fleischgerichten. Wer experimentierfreudig ist, gibt die Tonkabohne dem Steinbutt oder Hummer, Rotkohl, Auberginen, Kartoffelpüree oder Kürbissuppe hinzu. Sie verleiht den genannten Gerichten eine neuartige Geschmacksnote und erfreut Koch und Gäste.

Die Tonkabohne verarbeitet man ebenso wie die Muskatnuss. Viele Köche reiben die harten Bohnen in das Gericht hinein. Vorsichtig geboten ist bei der Dosierung, hier ist weniger mehr. Das hat in erster Linie olfaktorische und geschmackliche Gründe, doch der relativ hohe Cumaringehalt in Tonkabohnen könnte bei empfindlichen Mägen zu Beschwerden führen.

Eine andere Möglichkeit, die Tonkabohne zu verwenden, ist das Auskochen. Bei einer Süßspeise reichen pro Liter Milch oder Sahne 3 - 5 Bohnen aus. Sie werden rund zehn Minuten mitgekocht und können durch ihr intensives Aroma bis zu neun Mal wiederverwendet werden. Für die Herstellung von Gerichten finden Kochbegeisterte zahlreiche Rezepte mit der Tonkabohne im Internet.

Die Tonkabohnen sind das ganze Jahr über in Apotheken und ausgesuchten Gewürzfachgeschäften zu haben und natürlich auch im Internet bestellbar. Sie sollten kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Dadurch bleibt ihr Aroma bis zu einem Jahr erhalten.

Rezepte mit Tonkabohnen

Rezept Crème brulée mit Tonkabohne

Zutaten:

40 g Zucker, 1 Tonkabohne, 4 Eigelb, 375 ml Sahne, 125 ml MilchFeiner Zucker

  1. Milch, Sahne und Tonkabohne zum Kochen bringen, abkühlen lassen und Tonkabohne herausnehmen. Eigelb und Zucker verrühren und den Backofen auf 150 Grad vorheizen.
  2. Sahne unter die Eimasse rühren und die Creme in feuerfeste Förmchen geben. Die Förmchen anschließend auf ein Backblech mit Wasser stellen, sodass diese bis zu Hälfte im Wasser sind.
  3. Die Creme 40 Minuten lang im Backofen stocken und über Nacht im Kühlschrank auskühlen lassen.
  4. Vor dem Servieren mit feinem Zucker überstreuen und mit einem Brenner karamellisieren.

Panna Cotta mit Tonkabohne

Das folgende Rezept finden sie auf Essen&Trinken

Apfelkuchen mit Zimt und Tonkabohne

Eine besonders schmackhafte Variante des Apfelkuchens können Sie nachlesen in dem Blog Cucina e Passione.

Bon Appetit!

Hinweis:
tonkabohne.info

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